Presse-Info

 

 

Arbeit für Brandenburg

Der Förderverein sichert durch den Wiederaufbau der Schlossanlage Arbeitsplätze in der Region. Hierzu beauftragt der Verein Handwerksbetriebe aus dem Umland mit den Restaurierungsarbeiten. Für die gesamte Sanierung ist ein Zeitraum von 7-10 Jahren eingeplant. Danach finanziert sich der Betrieb durch Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung und durch die Besucher der „Automobilen Erlebniswelt“. Das Arbeit- und Sozialamt Eberswalde unterstützt zurzeit 27 Arbeitsplätze mit Fördermitteln aus verschiedenen Programmen.

Automobile Erlebniswelt

Auf 3.500 qm entsteht in Kooperation mit dem Deutschen Technikmuseum Berlin
eine dauerhafte Ausstellung mit 150 Oldtimern.
Seit Jahren lagern die Fahrzeuge des Museums in Depots. Einige der Objekte werden in der „Automobilen Erlebniswelt“ erstmalig den Besuchern präsentiert. Der Förderverein installiert dieses Projekt als Publikumsmagnet für Berlin und Brandenburg in einem Neubau.

Aus- und Weiterbildung

Auf dem weitläufigen Areal der Schlossanlage finden eine Ausbildungsstätte für den Denkmalschutz, ein Therapiezentrum für Alternativmedizin sowie ein Lehrkräutergarten
ihren Platz. Die Alternativmedizin richtet sich in der ehemaligen Orangerie ein.
Die Denkmalpflege hat ihr Domizil im alten Gutshaus. Im Garten der Schlossanlage wird ein Kräutergarten angelegt, der Schulen und Bildungseinrichtungen zur Verfügung steht.

Familie Mendelssohn Bartholdy in Börnicke

Als Begründer der Dynastie von Künstlern, Wissenschaftlern, Unternehmern und Musikern gilt der Philosoph und jüdische Aufklärer Moses Mendelssohn (1729-1786).
Mendelssohn soll Lessing zu seinem Nathan der Weise inspiriert haben. Im weitverzweigten Familienstammbaum findet sich auch der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy, dem die Stadt Leipzig das Mendelssohn-Haus gewidmet hat.

Der eigentliche Familienwohnsitz befand sich in der Berliner Jägerstraße, in der die Familie mehrere Häuser und die nach ihnen benannte Privatbank unterhielt.
Im Jahre 1892 erwarb der Bankier und Dänische Generalkonsul Ernst Mendelssohn Bartholdy (1846-1909) das Rittergut Börnicke und zog mit seiner Frau und den sechs Kindern in das Schloss bei Bernau. Marie von Mendelssohn Bartholdy entstammte ebenfalls einer Berliner Bankiersfamilie. Sie wurde schnell zu einer wichtigen Patronin ihres neuen Heimatortes.

Marie richtete regelmäßig Weihnachtsfeiern und Kinderfeste in Börnicke aus und half all jenen, die Sorgen hatten. Dabei war es unwichtig, ob es sich um eine verarmte Familie, eine lungenkranke Arbeiterfrau oder um das Kind eines Hausangestellten handelte. Bevor sie 1909 in Börnicke starb, finanzierte sie die Kapelle des Friedhofes und ein Kinderheim. Die Börnicker nennen dieses um 1900 errichtete Gebäude liebevoll „ Marienheim“ .

Ernst Mendelssohn Bartholdy hatte bereits 1904 seinem ältesten Sohn Paul die Verantwortung für die Familiengeschäfte und für die Umgestaltung des Landsitzes übergeben. Mit der Neugestaltung des Schlosses und dem Umbau zu einem Herrensitz wurde der Architekt Bruno Paul beauftragt. Der Direktor der Unterrichtsanstalt für Kunstgewerbe und Lehrmeister des berühmten Mies van der Rohes gestaltete zwischen 1908 und 1910 das Schloss im Stil der frühen Moderne vollständig um. Für Paul und Charlotte Mendelssohn Bartholdy entstand so eines der schönsten Herrenhäuser in Deutschland. Paul von Mendelssohn Bartholdy saß in den Führungsetagen mehrerer deutscher Banken. Er verstarb 1935. Die Grabstätte von Paul Mendelssohn Bartholdy und seiner Eltern befindet sich neben der über 700 Jahre alten Feldsteinkirche in Börnicke.

Bruno Paul  (1874-1968)

Bruno Paul war, als führender Vertreter des deutschen Neoklassizismus,
einer der einfluss- und erfolgreichsten Architekten Deutschlands.
In seiner dreißigjährigen Arbeit als Direktor der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin gehörten die berühmten Künstler und Architekten Mies van der Rohe, Hannah Höch und George Grosz zu seinen Schülern.

Auf der Pariser Weltausstellung 1900 erhielt Bruno Paul einen Grand Prix und drei Goldmedaillen für seine Arbeiten. Bruno Paul zeichnete außerdem für die Zeitschrift „Jugend“ und ab 1887 für das satirische Wochenblatt „Simplicissimus. Paul von Mendelssohn Bartholdy (1875-1935) beauftragte den Simplicissimus Zeichner und Raumkünstler mit der kompletten Umgestaltung des Landgutes Börnicke.
Dessen Vater, der einflussreiche Privatbankier Ernst Mendelssohn Bartholdy (1846-1909), hatte das Gut in der Nähe von Bernau 1892 erworben. Das vorhandene spätklassizistische Schloß wurde abgetragen und nur der Turm und die Treppe in den neuen Bau integriert. Bruno Paul lieferte nicht nur die Pläne für den Umbau des Herrenhauses, sondern stimmte die Materialien und die Formen der Inneneinrichtung meisterlich ab. Die Interieurs und Schnitzereien an den Wänden gestalteten die Künstler Joseph Wackerle und Emil Rudolph Weiß. Bruno Paul veränderte auch den großen Park der Anlage und ließ verschiedene Nebengebäude errichten. In seiner stark reduzierten neoklassizistischen Formensprache ist das Herrenhaus in Börnicke ein typischer Vertreter seiner Zeit.

Weitere Arbeiten von Bruno Paul:
1904 Wartesaal des Nürnberger Hauptbahnhofes
1907 Inneneinrichtung für den Luxusdampfer „Prinz Friedrich Wilhelm“ und
weitere Schiffe der Norddeutschen Lloyd
1908 Haus Schuppmann in Berlin-Westend
1928 Kathreiner-Hochhaus am Kleistpark in Berlin
1928 Disch Haus in Köln
1930-38 Verwaltungsgebäude des Gerling Konzerns in Köln

Bruno Paul erhielt 1954 das Bundesverdienstkreuz

Ein Stück deutsche Geschichte

Der Ort Börnicke wurde vor 700 Jahren erstmalig urkundlich erwähnt. Die Geschichte des Ortes war vom stetigen Wandel geprägt. Mit dem Einzug der Familie Mendelssohn Bartholdy begann für Börnicke eine neue Ära. Künstler, Politiker und Geschäftsleute gehörten zu den Besuchern und Förderern des Ortes. Durch die Wiedereinrichtung der alten Familienbibliothek wird der Förderverein diese Ortsgeschichte wieder erlebbar machen. Ortsansässige Historiker unterstützen den Verein bei diesem Vorhaben.

 

Geschichte Schloss Börnicke

1892

Ernst von Mendelssohn Bartholdy kauft das Rittergut Börnicke vom Rentier
Eduard Simon.

1904

Paul von Mendelssohn Bartholdy übernimmt den Familienbesitz

1910

Umbau Schloss zu einem Herrenhaus, Architekt Bruno Paul

1935

Paul von Mendelssohn Bartholdy stirbt

1945

Gräfin von Kesselstatt verläßt Börnicke in Richtung Bayern
Besetzung durch Russische Truppen, Lazarett

1946

Wilhelm Pieck (1876-1960) besucht das erste Mal das Schloss und feiert das Erntefest mit den Börnickern.
Bodenreform in Börnicke. Versorgungsgut des Zentralsekretariates der KPD.

1947

Konferenz der ostdeutschen Minister und Landtagspräsidenten

1951

Erholungsheim der SED „1.Mai“

1953-1964

Übernahme durch sowjetische Kontrollkommission

1964-1967

Leerstand, Plünderungen

1967-1992

Kinderheim und Körperbehindertenschule "Prof. Suchomlinski"

2003

Übernahme durch den Förderverein "Schloss und Gutshof Börnicke e.V."

Spendenaufruf

Es werden Spenden in jeglicher Form gebraucht, die die Eigenleisung des Vereins unterstützen.
Die ersten Instandhaltungs- und Aufräumarbeiten haben begonnen. Vor allem für den Anfang wird jedes Arbeitsgerät oder -material, jede Geldspende gebraucht. Auch Dienstleistungen von Fachfirmen, die auch teilweise vergütet werden können, helfen uns weiter.
Jeder Spender erhält eine Spendenquittung im Wert der Spende. Jeder Spender kann sich genau nach dem Einsatz seiner Spende erkundigen oder wird vorher festgelegt. Wir haben verschiedene Medien für die namentliche Nennung von Spendern.
Falls Sie mit uns reden wollen, bevor Sie spenden, wir beraten Sie gern -
Telefon: 033 38. 70 93 38

Spendenkonto

Förderverein Schloss und Gutshof Börnicke e.V.*
Deutsche Bank AG
BLZ 100 700 00
Konto-Nr. 222 066 300
Verwendungszweck:
Wiederaufbau Schloss Börnicke

Mehr Informationen
zum Förderverein oder zur Historie und der Zukunft der
Schlossanlage erhalten Sie im Internet unter:
www.schloss-boernicke.de

Förderverein Schloss und Gutshof Börnicke e.V.
16321 Bernau OT Börnicke, Ernst-Thälmann-Str. 1
Telefon 0 33 38 / 70 93 38
Telefax 0 33 38 / 70 93 43
E-Mail: info@fv.schloss-boernicke.de

Der Verein ist eingetragen beim Amtsgericht Bernau. Nr.: VR 646
1. Vorsitzender: Uwe Hamann

*Der Förderverein ist eine gemeinnützige Körperschaft und dient steuerbegünstigten Zwecken im Sinne §§ 51 ff AO und gehört zu den in § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG bezeichneten Körperschaften.

 

Februar 24, 2004

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